Prometheus: Der unabhängige Medienspiegel der Schweiz

Seite wird geladen …

Zum Inhalt springen
Zurück zur Übersicht

«Menschen sollen selbst anfangen zu recherchieren»

Zürcher Studierendenzeitung
«Menschen sollen selbst anfangen zu recherchieren»

Themen: Gesellschaft, Demokratie, KI/Digital

Regionen: International, Europa

Susanne Siegert betreibt auf Tiktok und Instagram die Kanäle «keine.erinnerungskultur» und bevorzugt für die Auseinandersetzung mit NS-Verbrechen den Begriff Gedenkarbeit. Sie soll deutlich machen, dass viele Menschen aktiv recherchieren und historische Zusammenhänge prüfen müssen. Siegert arbeitet dabei nach eigenen Angaben möglichst mit zwei Quellen und begann ihre öffentliche Arbeit nach Recherchen zu einem ehemaligen Aussenlager des KZ Dachau nahe ihres Heimatorts. Sie beobachtet, dass viele junge Menschen die NS-Aufarbeitung zwar wichtig finden, eine Täterschaft in der eigenen Familie aber oft nicht in Betracht ziehen. Niedrigschwellige Archive könnten helfen, müssten Ergebnisse jedoch besser einordnen. Die Freischaltung der NSDAP-Mitgliederkartei im US-Nationalarchiv erleichtere die Namenssuche, könne aber auch falsche Schlüsse fördern. Siegert kritisiert kontextlose Holocaust-Vergleiche in sozialen Medien, etwa im Zusammenhang mit Gaza. Gedenken dürfe nicht nur symbolisch bleiben und mache Menschen nicht automatisch demokratischer. Es solle Opfer respektieren, Geschichte als Gegenwartsthema vermitteln und persönliche Recherche ermöglichen.

Zürcher Studierendenzeitung

Zum Originalartikel