Themen: Krieg&Frieden, Kultur, Innen-Politik
Regionen: International, Westasien
Israels Kulturminister Miki Zohar fordert, Rachel Szor und Yuval Abraham wegen ihres Dokumentarfilms «NAZA» die Staatsbürgerschaft zu entziehen. Die beiden Regisseure erhielten beim Filmfest Venedig den Spezialpreis der Jury. Zohar, Mitglied der Likud-Partei, bezeichnete ihr Werk als Verrat am Staat und kündigte Schritte zum Entzug der Staatsbürgerschaft an. Ob dies rechtlich umsetzbar wäre, blieb offen. Ein israelisches Gesetz, das erstmals im Februar bei zwei verurteilten Straftätern angewandt wurde, betrifft Attentäter mit finanzieller Unterstützung der palästinensischen Autonomiebehörde. «NAZA» untersucht anhand anonymisierter Interviews mit 24 Geheimdienstmitgliedern die Auswahl israelischer Ziele im Gaza-Krieg und die dabei akzeptierten zivilen Opfer. Die israelische Armee weist die Vorwürfe zurück und kritisiert die nicht überprüfbaren anonymen Aussagen. Sie bestreitet insbesondere, jemals einen Angriff geplant, genehmigt oder ausgeführt zu haben, bei dem etwa 500 zivile Todesopfer erwartet worden seien.