Themen: Geopolitik, Krieg&Frieden, Ukraine Krieg
Regionen: International, Russland/Eurasien, Europa
Eine Villa in Dresden könnte nach dem angekündigten Ende des Russischen Hauses in Berlin zum Ausweichort für Aktivitäten der russischen Betreiberorganisation Rossotrudnitschestwo werden. Die von der EU sanktionierte Organisation verwaltet laut Recherchen die Liegenschaft an der Zittauer Strasse 29, die Russland als Gebäude eines Russischen Zentrums für Wissenschaft und Kultur führt. Mieter ist seit Jahren das Deutsch-Russische Kulturinstitut, dem die Villa laut russischen Rechnungshofberichten von 2002 bis mindestens 2019 unentgeltlich überlassen wurde. Das Institut bietet Sprachkurse, eine Bibliothek und Unterstützung bei konsularischen Unterlagen an; zuletzt fanden dort auch pro-russische Veranstaltungen statt. Der sächsische Grünen-Politiker Valentin Lippmann verlangt von Landes- und Bundesregierung weitere Schritte, da Dresden als Auffangbecken dienen könnte. Das Auswärtige Amt stuft die Immobilie nicht als diplomatische oder konsularische Liegenschaft ein. Das Abkommen zum Berliner Russischen Haus läuft nach der Kündigung am 7. Juni 2027 aus.