Themen: Innen-Politik, Gesellschaft, Krieg&Frieden
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur, International, Europa
Der tödliche Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin löst Forderungen nach einer Verschärfung des Jugendstrafrechts und strengeren Regeln bei Untersuchungshaft aus. Der 21-jährige Abdul B. war zuvor wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einer bedingt ausgesprochenen Jugendstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt worden. Das Gericht hatte eine Reifeverzögerung angenommen; die Staatsanwaltschaft ging gegen das Urteil in Berufung. Eine Verlängerung der Untersuchungshaft wurde abgelehnt, da noch kein rechtskräftiges Urteil vorlag. Verglichen wird der Fall mit dem Messerangriff eines damals 15-Jährigen auf einen orthodoxen Juden in Zürich im März 2024. Das Jugendgericht verhängte ein Jahr Haft aufgeschoben zugunsten einer geschlossenen therapeutischen Unterbringung. SVP-Nationalrätin Nina Fehr Düsel verlangt eine Verdoppelung der Höchststrafe für Delinquenten dieses Alters. Gefordert wird jedoch kein pauschaler Strafschärfekurs, sondern ein Instrumentarium, das Schutz der Öffentlichkeit, Strafe, Erziehung, Therapie und Rehabilitation verbindet.