Themen: Partei-Politik, Innen-Politik
Regionen: International, Europa
Nach der schweren CDU-Niederlage bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt verliert Bundeskanzler Friedrich Merz laut mehreren Parteimitgliedern weiter an Rückhalt in der CDU. Aus Kreisen der Partei wird ihm Mitschuld am Wahlergebnis zugeschrieben; die CDU verlor im Bundesland mehr als die Hälfte ihrer Stimmen und lag hinter der AfD. Kritiker bemängeln zudem, Merz habe den Vorstand nicht ausreichend in seine Planungen eingebunden. Bereits im Juli hatte Bremens CDU-Chef Heiko Strohmann ihm intern einen autoritären Führungsstil vorgeworfen. Eine offene Revolte gilt derzeit als unwahrscheinlich, doch Parteivertreter beschreiben seine Position als erodierend. Als möglicher Nachfolger wird besonders Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst genannt. Merz erklärte nach der Wahl, er wolle im Amt bleiben und Reformen in der Renten- und Gesundheitspolitik fortführen. SPD-Chef Lars Klingbeil sieht im Ergebnis dagegen ein Signal, die Bundesregierungspolitik zu überdenken, was zusätzlichen Konflikt in der Koalition erwarten lässt.