Themen: Kultur/Feuilleton, Krieg&Frieden
Regionen: International, Westasien
«Naza» stützt sich auf Aussagen von Personen aus dem israelischen Militärapparat und hat scharfe Reaktionen der israelischen Behörden ausgelöst. Kulturminister Miki Zohar beschuldigte die beiden Regisseure des Verrats; Premierminister Benjamin Netanjahu will den Entzug der Staatsbürgerschaft auf Personen ausweiten, denen die Diffamierung israelischer Soldaten vorgeworfen wird. Sicherheits-, Geheimdienst- und Justizverantwortliche sollen zudem Beteiligte des Films für mögliche Strafverfahren identifizieren. Parallel erschien «Naza: The Real Story», ein Gegenfilm israelischer Regisseure und Reservisten. Er imitiert die visuelle Form des Originals, behauptet aber, Hamas habe zivile Infrastruktur systematisch militärisch genutzt, und rechtfertigt damit die Verhältnismässigkeit israelischer Angriffe in Gaza. Seine Online-Verbreitung sorgt für Verwirrung: Eine Website übernahm zunächst die Gestaltung und Namen des Originals. Die behaupteten 40 Millionen Aufrufe werden laut einer Al-Jazeera-Recherche durch deutlich niedrigere YouTube-Zahlen infrage gestellt.