Themen: Kultur/Feuilleton, Gleichstellung
Regionen: International, Europa
«L’Affaire Marie-Claire» erzählt den Prozess gegen Marie-Claire Chevalier, die im Oktober und November 1972 in Paris wegen einer illegalen Abtreibung angeklagt war. Die damals 16-Jährige war nach einer Vergewaltigung schwanger geworden; angezeigt worden war der Schwangerschaftsabbruch ausgerechnet von ihrem Vergewaltiger. Neben ihr standen vier weitere Frauen, darunter ihre Mutter, vor Gericht. Die Anwältin und Aktivistin Gisèle Halimi übernahm die Verteidigung. Sie verlangte, Marie-Claire solle auf nicht schuldig plädieren, um die gesellschaftliche Scham umzulenken. Der ausser Konkurrenz in Cannes gezeigte Film ist der zweite Langfilm der Französin Lauriane Escaffre und des französisch-schweizerischen Regisseurs Yvo Muller. Das Regieduo hatte zuvor mit «Maria rêve» die Geschichte einer Reinigungskraft erzählt, die an einer Kunstschule späte Emanzipation erfährt.