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Nebelspalter-Plagiat trifft NZZ-Chef Gujer frontal

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Nebelspalter-Plagiat trifft NZZ-Chef Gujer frontal

Dem SonntagsBlick ist ein Volltreffer geglückt. Dominik Feusi, die Nummer 2 von Markus Somms Nebelspalter, wird vor seinem geplanten Wechsel zur NZZ fallengelassen. Feusi hatte vor anderthalb Jahren einen Artikel im englischen Telegraph fast eins zu eins abgeschrieben. Als Reaktion auf die Recherche hob die NZZ den Vertrag mit Feusi auf. Der hätte in einem Monat im Wirtschaftsressort anfangen sollen. Ob er jetzt bei Somms Nebelspalter bleibt, ist offen. Feusi reagierte nicht auf eine SMS-Anfrage. Sein Noch-Nebelspalter-Chef Somm meldete sich dafür via Communiqué. Der Fall sei erledigt. Feusi habe „zu einem frühen Zeitpunkt Korrekturen vorgenommen und die verwendeten Quellen im Beitrag transparent offengelegt*. Somm macht damit Feusi den Weg frei, seine Karriere beim Portal der Wirtschaft und der Konservativen fortzusetzen. Das Schlachtschiff der Schweizer Rechtseliste haust nicht wie der Nebelspalter in Zürich-West, sondern am mondänen Opernhausplatz im Kreis 1. Dort regiert seit über 10 Jahren Eric Gujer. Ihn trifft die Causa Feusi mit voller Wucht. Laut der Story des SonntagsBlick (SoBli) bekam die Zeitung damals, als Feusi sein Plagiat publizierte, Wind vom Treiben. Laut SoBli habe die NZZ dann auf einen Beitrag verzichtet. Warum? Sprach Eric Gujer ein Machtwort? Gujer hatte kürzlich einem Wirtschaftsredaktor faktisch untersagt, auf Herausgabe von Informationen rund um die Rolex-Zoll-Reise von Schweizer Firmenkapitäns zu pochen. Bern hatte bei Gujer interveniert, der erliess die Order, dass jegliches Herausgabe-Gesuch auf Basis des Öffentlichkeitsrechts über seinen Tisch müsse. Seither brodelt es zuoberst im wichtigen Zeitungshaus. Gujer wollte offenbar noch länger an der Macht als Chefredaktor bleiben, doch der Verwaltungsrat habe dankend abgelehnt, heisst es. Dafür besetzt Gujer neuralgische Positionen mit seinen „Jüngern“, während kritische Geister vor der Tür oder an der Seitenlinie landen. Einer von Gujers Schützlingen ist Benedict Neff, der im Schnellzugstempo das mächtige Auslandessort unter seine Fittiche nehmen durfte. Sein Vorgänger, ein kampferprobter Vollblut-Journalist, wurde von Gujer abserviert. „Gujer will Neff als Nachfolger“, sagt ein Insider. Umso härter trifft der Plagiats-Skandal Gujer. Dieser wollte unbedingt Feusi als Wirtschaftsmann in Bern. Jetzt steht Feusi als billiger Plagiator am Pranger, und Gujers Machiavelli-Kurs lieft offen da.

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