Themen: KI/Digital, Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Ringier beendet den SonntagsBlick nach 58 Jahren und lanciert als Ersatz den «Blick fürs Wochenende» mit 96 Seiten in zwei Bünden, darunter fast 30 Seiten Sport sowie Unterhaltung und Service. Der Autor bezweifelt, dass ein grosses Printprodukt auf die veränderte Mediennutzung antwortet. Sportresultate, Videos und Informationen seien längst digital und in Echtzeit verfügbar, während Produktion, Druck und Vertrieb hohe Kosten verursachten. Ringier verweist laut Text auf einen stark geschrumpften Zeitungsmarkt: Die Netto-Werbeeinnahmen seien seit 2014 von rund 1,5 Milliarden auf 600 Millionen Franken gefallen, der SonntagsBlick erreiche noch 74'676 Exemplare. Statt vertraute Rubriken neu zu bündeln, hätte der Konzern ein grundsätzlich anderes Wochenendmodell entwickeln sollen, lautet die Kritik. Vorgeschlagen wird ein bürgerliches Gegengewicht zu etablierten Schweizer Zeitungen, das andere Perspektiven und exklusive Recherchen bietet. Als Beispiele nennt der Autor eine Recherche über Viola Amherd oder eine Kriminalkolumne zur Zürcher Langstrasse.