Themen: Klima&Energie, Gesellschaft, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Nils Huber, 33-jähriger gelernter Koch aus Luzern und Mitgründer des Dropkollektivs, organisiert öffentliche Konfrontationen mit mächtigen Entscheidungsträgern. Bei solchen als «bird-dogging» bezeichneten Aktionen suchen Aktivist:innen Politiker und Wirtschaftsvertreter an öffentlichen Auftritten auf, stellen ihnen kritische Fragen und veröffentlichen die Aufnahmen online. Vor einem Jahr stürmte die Gruppe eine Veranstaltung von UBS-Chef Sergio Ermotti im Zürcher Kaufleuten und hielt ein «Tax the rich»-Transparent hoch. Im Sommer störte sie zudem ein Mediengespräch von Umweltminister Albert Rösti in Luzern. Huber sagt, das Kollektiv erhalte seither mehr Zulauf, nachdem die Klimabewegung durch Corona und Repression geschwächt worden sei. Sein eigenes Engagement sei aus einer existenziellen Krise entstanden. Das Kollektiv will die Klimadebatte auf politische und wirtschaftliche Verantwortung zurückführen: auf Konzerne, die fossile Energien fördern, verbrennen oder finanzieren, darunter Banken wie die UBS. Huber hält Hoffnung für nötig, warnt aber vor ihrer lähmenden Wirkung und fordert, jede weitere Erwärmung zu verhindern.