Themen: Ukraine Krieg, Krieg&Frieden, Geopolitik
Regionen: International, Russland/Eurasien, Europa
Michael von der Schulenburg, ehemaliger UN-Diplomat und EU-Parlamentarier des BSW, hält westliche Erwartungen eines ukrainischen Siegs für gefährlich. Er bezweifelt, dass KI-gestützte ukrainische Drohnenangriffe auf russische Infrastruktur oder autonome Drohnen an der Front eine strategische Wende bewirken können. Unter Verweis auf General Waleryj Saluschnyj und pro-ukrainische Telegram-Kanäle behauptet er, Russland habe eine hohe Abschussrate erreicht und seine Geländegewinne im Donbass, bei Charkiw und in Saporischschja ausgeweitet. Die Angaben und Prognosen bewertet er ausdrücklich als vorsichtig zu behandelnd. Zugleich verweist er auf mutmassliche Zerstörungen ukrainischer Häfen, Verkehrs- und Energieinfrastruktur sowie auf Desertion, Einberufungsentzug, Bevölkerungsrückgang, Armut, Ungleichheit und Verschuldung. Eine direkte NATO-Intervention berge aus seiner Sicht ein nukleares Risiko und sei militärisch unrealistisch. Er fordert europäische NATO-Staaten, besonders Deutschland, zu diplomatischen Gesprächen mit Russland und gegebenenfalls zivilgesellschaftlichen Vermittlungsinitiativen auf.