Themen: KI/Digital, Kultur
Regionen: International, Europa
Das Landgericht Hamburg hat der Neuen Zürcher Zeitung Deutschland GmbH im Streit mit Inside Paradeplatz recht gegeben. Das Zürcher Online-Medium hatte behauptet, der Deutschland-Chefredaktor der NZZ setze KI für Texte ein und Artikel würden teilweise ohne menschliche Kontrolle erstellt. Nach dem Urteil verletzte dies die Anforderungen an die Verdachtsberichterstattung. Die NZZ bestreite nicht, ein KI-Tool zur Hilfe genommen zu haben; die weitergehende Behauptung vollständig unkontrolliert maschinell erstellter Texte sei jedoch nicht ausreichend belegt. Das Gericht verwies auf unterschiedliche Pangram-Werte in Screenshots: 100 Prozent bei einem Kommentar und 62 Prozent in einer Analyse des Plagiatsjägers Stefan Weber. Inside Paradeplatz zahlte 476 Euro, zwei Drittel der Gerichtskosten bei einem Streitwert von 30'000 Euro, und der Beitrag ist nicht mehr online. Die NZZ geht zudem gegen das deutsche Magazin Cicero und Weber in Salzburg vor; die weiteren Ausgänge bleiben offen.