Themen: Gesundheit, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Gluten Entzündungen im Dünndarm auslöst und unter anderem Verdauungsprobleme, Müdigkeit sowie Eisen- und Kalziummangel verursachen kann. Rund sieben Millionen Menschen in Europa sind betroffen, die Erkrankung wird jedoch häufig erst spät erkannt. Laut europäischen Leitlinien und einer norwegischen Studie bleiben viele Fälle undiagnostiziert; bis zur Diagnose vergehen im Durchschnitt zehn bis 13 Jahre. Eine glutenfreie Ernährung ist die einzige Behandlung, verursacht aber Mehrkosten und erschwert Essen ausser Haus oder auf Reisen. Die staatliche Unterstützung variiert stark: Frankreich erstattet bis zu 45 Euro monatlich, verlangt dafür aber regelmässig Belege; in Deutschland gibt es kaum finanzielle Hilfe. Italien gewährt je nach Alter und Geschlecht 75 bis 124 Euro monatlich direkt über die Gesundheitskarte. Seit einem Gesetz von 2005 müssen Schulen, Spitäler und öffentliche Verpflegungsbetriebe glutenfreie Optionen anbieten. Betroffene fordern zudem mehr Aufklärung gegen die Verharmlosung als Lifestyle-Entscheid.