Themen: Umwelt, Gesundheit, Wissenschaft
Regionen: International, Europa
Eine Datenanalyse verknüpft die Bewertungen von rund 22'000 offiziellen EU-Badestellen mit Daten zum chemischen Zustand von Oberflächengewässern. Demnach liegen EU-weit 7866 als sauber und badetauglich bewertete Badestellen an Gewässern, die den guten chemischen Zustand wegen erhöhter Schadstoffwerte verfehlen. Die Badegewässerrichtlinie verlangt bislang nur Tests auf E. coli und intestinale Enterokokken; chemische Stoffe wie PFAS, Pestizide, Schwermetalle oder Industriechemikalien fliessen nicht in die offizielle Badewasserbewertung ein. Am Filzteich im sächsischen Schneeberg besteht trotz Bestnote eine bekannte PFAS-Belastung, die mit einer Altlast aus Papierindustrie-Abfällen zusammenhängt. Ein schlechter chemischer Zustand belegt allerdings nicht automatisch ein Gesundheitsrisiko beim Baden, weil die Grenzwerte vor allem Ökosysteme schützen und Messstellen oft nicht an Badestellen liegen. Viele Staaten übermitteln zudem keine konkreten Konzentrationen. Experten und Politiker fordern daher ein erweitertes Monitoring; neue EU-Berichtspflichten sollen künftig detailliertere Daten liefern.