Themen: Gesundheit, Wirtschaft/Finanzen, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, Nordamerika
Interpharma zufolge haben Mitgliedsunternehmen seit Anfang 2025 sieben von 22 neuen Therapien nicht zur Vergütung durch Schweizer Krankenkassen eingereicht. Der Verband der forschenden Pharmaunternehmen führt dies auf die geplante Einführung eines Most-Favored-Nation-Regimes für Pharmapreise in den USA zurück. Die USA wollen Preise anhand von Referenzländern senken; dazu zählt auch die Schweiz. Eine rasche Markteinführung in der Schweiz könne deshalb die Preisgestaltung in den USA beeinträchtigen. Die Schweiz sei wegen vergleichsweise niedriger kaufkraftbereinigter Preise für innovative Medikamente besonders betroffen. Interpharma warnt, dass Patientinnen und Patienten über die obligatorische Krankenversicherung künftig keinen Zugang zu rund einem Drittel neu entwickelter innovativer Arzneimittel haben könnten. Bereits Analysen von 2021 bis 2024 hätten bei Spezialtherapien eine deutlich schlechtere Verfügbarkeit als in Deutschland gezeigt. Die laufende Revision der Krankenversicherungsverordnung kritisiert der Verband als weiteren Innovationshemmnis und fordert ein Preisfestsetzungssystem, das Versorgung, Qualität und Kosten gleich gewichtet.