Themen: Gesellschaft, Ungleichheit, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Romandie, International, Europa
Annemasse wird aus Genfer Perspektive oft als chaotische, gefährliche und betonierte französische Nachbarstadt abgewertet. Gleichzeitig sind beide Städte durch den Ausbau von Bahn, Tram und Grünverbindung zunehmend Teil eines gemeinsamen Ballungsraums. Annemasse stellt Genf rund 27'000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger und ist damit eine zentrale Quelle von Arbeitskräften für Spitäler und den Dienstleistungssektor. Die hohen Schweizer Löhne und die Nähe zu Genf verschärfen jedoch die sozialen Gegensätze in der Stadt, die als drittungleichste Gemeinde Frankreichs bezeichnet wird. Wohnungsnot, prekäre Lebenslagen, ein medizinisch unterversorgtes Umfeld und kriminelle Gruppen prägen den Druck vor Ort. Der Autor schildert seine Rückkehr aus Westafrika und seinen Versuch, als freier Journalist in der Region Fuss zu fassen. Die geplante Reportageserie will Annemasse jenseits der Klischees als widersprüchlichen Lebens- und Arbeitsort im grenzüberschreitenden Grossraum Genf erkunden.