Themen: Wirtschaft/Finanzen, KI/Digital, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Rund 400 Mitarbeitende von Tamedia und weitere Unterstützende protestierten am 20. Oktober 2026 vor dem Tamedia-Hauptsitz an der Werdstrasse in Zürich gegen angekündigte Entlassungen. Das Medienhaus streicht in den News-Redaktionen der Deutsch- und Westschweiz 34 Vollzeitstellen; 41 Mitarbeitende verlieren ihre Stelle. Die Kundgebung verlangte einen sofortigen Kündigungsstopp und den Erhalt journalistischer Arbeitsplätze. Redaktionen kritisieren, die Geschäftsleitung wälze Folgen von Fehlentscheidungen und gescheiterten Strategien auf das Personal ab, obwohl die Ressourcen bereits knapp seien. Zürcher Stadtpräsident Raphael Golta unterstützte den Protest und sprach sich für lokal produzierten Journalismus statt Texte von KI-Agenten aus. Tamedia-Kommunikationschef Edi Estermann begründete den Abbau mit einem sich schneller wandelnden Medienmarkt und der notwendigen Transformation. Künstliche Intelligenz sei ein mächtiges Werkzeug, das dosiert und umsichtig eingesetzt werden müsse. Auch die SRG plant bis 2027 fast 300 und bis 2029 insgesamt 900 Stellen abzubauen.