Themen: Gesellschaft, Ungleichheit, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, International Unbestimmt
Der Essay kritisiert eine Gesellschaft, in der Menschen fortlaufend über Noten, Einkommen, Karriere, Körper und Sichtbarkeit in sozialen Medien verglichen werden. Ausbildungsplätze, gut bezahlte Stellen und Aufstiegschancen seien bewusst knapp organisiert; dadurch produziere das Konkurrenzsystem zwangsläufig Gewinnerinnen und Verlierer. Misserfolg werde dennoch meist als persönliches Versagen gedeutet, während strukturelle Zwänge aus dem Blick gerieten. Fitnessstudios und Selbstinszenierung auf Instagram oder TikTok erscheinen als Ersatzarenen: Körperliche Stärke, Disziplin, Likes und Follower versprechen Anerkennung, wenn sie im Berufsleben fehlt. Diese Formen der Selbstoptimierung verschafften jedoch nur vorübergehend Kontrolle und könnten bei ausbleibendem Erfolg in Selbstzweifel bis hin zu Depressionen umschlagen. Der Text fordert, den eigenen Wert nicht an Wettbewerbsmasstäben zu messen und die gesellschaftliche Ordnung von Geld, Wachstum und Konkurrenz grundsätzlich infrage zu stellen. Arbeiterinnen und Arbeiter könnten demnach durch kollektive Arbeitsniederlegung Macht gegen diese Ordnung entfalten.