Themen: KI/Digital, Kultur, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Tessin
KI-generierte Flyer, Speisekarten und Werbegrafiken verbreiten sich bei Restaurants, Coiffeursalons, kleinen Unternehmen und Veranstaltungen. Mit wenigen Eingaben lassen sich über ChatGPT rasch visuell ansprechende Entwürfe erstellen, doch ähnliche Schriften, Farben und Gestaltungselemente machen sie laut Paolo Cavalli von der SUPSI leicht erkennbar. Der Dozent sieht darin eine Homogenisierung von Sprache und Stil: Die Systeme griffen auf ein grosses allgemeines Archiv zurück und produzierten deshalb oft Klischees, die Auftraggebenden und Publikum durchaus gefielen. Professionelle Grafikerinnen und Grafiker leisteten jedoch mehr als das Layouten. Sie müssten Eigenschaften, Werte und den Kontext eines Betriebs verstehen und daraus eine passende visuelle Identität entwickeln. KI könne diese Parameter auch mit detaillierten Prompts nicht vollständig erfassen; zudem fehle der persönliche, relationale Austausch. Cavalli erwartet eine Veränderung des Berufs und eine stärkere Unterscheidung zwischen qualitätsvoller Gestaltung und vereinheitlichten Ergebnissen.