Themen: Partei-Politik, Demokratie, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, Europa
Die AfD erzielte in Sachsen-Anhalt bei hoher Wahlbeteiligung rund 44 Prozent der Stimmen, während die regierende CDU deutlich verlor. Der Autor warnt vor einfachen Erklärungen für den Erfolg einer rechtsextremen Partei. Unzufriedenheit mit der grossen Koalition, wirtschaftliche Unsicherheit, Sozialabbau oder Abstiegsängste seien relevante, aber unzureichende Faktoren; rechte Parteien gewännen auch in wohlhabenden Regionen. Sachsen-Anhalt habe zwar steigende Ausländerzahlen, doch seien diese weiterhin tief, und ein grosser Teil der Zugewanderten stamme aus der Ukraine. Auch in der Schweiz funktioniere das Asylsystem nach Ansicht des Autors insgesamt, ohne dass dies hohe SVP-Anteile verhindere. Als weitere Faktoren nennt er soziale Medien, Desinformation, Unterstützung durch Techunternehmer sowie traditionelle Medien, die rechtsextreme Positionen normalisierten. Besonders beunruhigend sei die Möglichkeit, dass Teile der Wählerschaft Parteien nicht trotz, sondern wegen ihrer menschenverachtenden Ausgrenzung wählten. Der Beitrag kritisiert zudem Eliten, die politische Brandmauern gegenüber Rechtsaussen aufgäben.