Themen: Wirtschaft/Finanzen, Klima&Energie
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
René Nicolodi, Leiter Aktien und stellvertretender Leiter Asset Management der Zürcher Kantonalbank, hält den aktuellen Gegenwind gegen ESG-Anlagen für eine Korrektur nach überzogenen Versprechen, nicht für das Ende nachhaltigen Investierens. Langfristig blieben gesellschaftliche Verantwortung, Ressourceneffizienz und die Rolle der Kapitalmärkte zentral. Er kritisiert insbesondere die aus seiner Sicht überbordende EU-Regulierung, begrüsst aber vergleichbare Daten und Reportingstandards. Die Schweiz setze eher auf prinzipienbasierte Ansätze. Swisscanto betreut vor allem institutionelle Kunden; ESG-Standards seien bei Ausschreibungen inzwischen unverzichtbar. Im Klima-Aktienfonds schliesst die ZKB Kohle-, Öl-, Gas- und Atomunternehmen aus, investiert aber etwa in Holcim wegen dessen Reduktionszielen und Dialogbereitschaft. Rüstungsaktien bleiben in den nachhaltigsten Produkten ausgeschlossen. Bei Unternehmen mit Risiken wie möglicher Zwangsarbeit oder problematischer Governance verzichtet Swisscanto auf Anlagen. Nachhaltigkeitsanalysen sollen auch Reputations- und Geschäftsrisiken sichtbar machen.