Themen: Wirtschaft/Finanzen, Technologie, Reisen & Ferne Welt
Regionen: International, Afrika
Eine Fahrt von Kinshasa Richtung Matadi führt durch die Verkehrs- und Infrastrukturprobleme der Demokratischen Republik Kongo. Überfüllte Autos, Motorradtaxis und Lastwagen nutzen die Nationalstrasse N1, die China gebaut hat. Der Ausbau steht im Zusammenhang mit einem 2007 geschlossenen Abkommen unter Präsident Joseph Kabila: Mineralien gegen Infrastruktur. Die Strasse wird von Fahrzeugen mit Lebensmitteln für Kinshasa, Lastwagen chinesischer und libanesischer Firmen sowie Geländewagen von Hilfsorganisationen geprägt. Ein Lehrer arbeitet als Motorradtaxifahrer, weil sein Monatslohn von 80 Dollar unregelmässig bezahlt wird. Frauen tragen einen grossen Teil der lokalen Landwirtschaft und des Handels. Die historische Bahnlinie Kinshasa–Matadi verfällt dagegen. Seit 2008 verkehren keine Personenzüge mehr; Güterzüge fahren unregelmässig und langsam. Mangelnde Investitionen, gestohlene Kabel und Schienen sowie fehlender Treibstoff verschärfen den Niedergang. Während Lastwagen die Strecke in sechs Stunden schaffen, kann ein Güterzug mehr als 30 Stunden benötigen.