Themen: Gesellschaft, Migration/Asyl, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, Afrika
Die Eidgenossenschaft hat eine Zahlung von 1,25 Millionen Franken an Médecins Sans Frontières zurückbehalten. Gemäss dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten verletzte die Hilfsorganisation ihre vertragliche Meldepflicht gegenüber der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit. MSF habe das Ausmass sexueller Ausbeutung von geflüchteten Frauen und Mädchen durch eigene Mitarbeitende im Osten des Tschad nicht rechtzeitig offengelegt. Erste Hinweise lagen der DEZA laut Bericht seit November 2024 vor; vom tatsächlichen Umfang erfuhr sie erst nach Medienberichten vom Juni 2026. Nach Beginn des Bürgerkriegs im Sudan 2023 flohen Hunderttausende Menschen in den Osttschad. In einem Flüchtlingslager führten Gemeindeverantwortliche eine Ausgangssperre für Mädchen ein, um sie vor MSF-Angestellten zu schützen. Eine interne, im Juni 2026 publik gewordene Untersuchung dokumentierte Forderungen nach Sex gegen Geld, Arbeit oder Lebensmittel. MSF registrierte 59 schwere Anschuldigungen und entliess 18 Mitarbeitende, darunter sechs der Schweizer Sektion.