Themen: Iran Krieg, Geopolitik, Krieg&Frieden
Regionen: International, Westasien
Der frühere japanische Botschafter in Teheran, Mitsugu Saito, vertritt in einem neuen Buch die These, dass die USA den Krieg gegen Iran militärisch dominierten, politisch aber verloren. Nach den Luftschlägen der USA und Israels vom 28. Februar 2026 kam es zunächst zu einem Waffenstillstand und einem Memorandum zur Konfliktbeendigung. Als iranische Angriffe auf Handelsschiffe die Kämpfe im Juli erneut aufflammen liessen, hatte das iranische Regime laut Darstellung weder einen Sturz noch die Aufgabe seines Atomprogramms akzeptiert. Saito erklärt dies mit einer asymmetrischen Strategie: Iran habe die Strasse von Hormuz faktisch blockiert und Infrastruktur in Nachbarländern angegriffen. Steigende Benzinpreise in den USA hätten innenpolitischen Druck auf Präsident Trump erzeugt. Saito vergleicht Trumps kurzfristige, blufforientierte Verhandlungstaktik mit dem langfristigen Vorgehen der iranischen Führung. Für Japan ist dies besonders relevant, weil rund 90 Prozent seiner Ölimporte durch die Strasse von Hormuz transportiert werden.