Themen: Gesundheit, Innen-Politik, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Die Akademie Menschenmedizin fordert nach dem Skandal um den Zürcher Herzchirurgen Francesco Maisano strukturelle Reformen im Gesundheitswesen. Erhöhte Todesraten beim Einsatz eines von ihm entwickelten Medizinprodukts sowie Vorwürfe geschönter oder manipulierter Studien hätten ein Versagen von Aufsicht und Kontrolle offengelegt. Kritisiert werden das Universitätsspital Zürich, die Universität Zürich, frühere Führungspersonen sowie die kantonale Politik. Die Autoren verlangen transparente Auswahlverfahren für Chefärztinnen und Chefärzte, eine Trennung von Forschung, Lehre, Klinik und Departementsführung sowie begrenzte Fixlöhne statt Boni und problematischer Nebenverdienste. Ungeklärte finanzielle Interessenbindungen und die Rolle der Ethikkommission müssten untersucht werden. Die heutige USZ-Führung wird für die öffentliche Aufarbeitung anerkannt. Zentral ist die Forderung nach einem verbindlichen Verhaltenskodex und einer unabhängigen Melde- und Triagestelle für Patientinnen, Patienten und Gesundheitsfachpersonen. Der Kanton Zürich solle eine solche Ombudsstelle mit ausreichenden Kompetenzen schaffen; sie könne Vorbild für die Schweiz werden.