Themen: Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Franz Schuberts Streichquintett D 956 gilt als eines der Meisterwerke aus den letzten Lebensjahren des Komponisten. Anders als die klassische Quintettbesetzung verlangt das Werk zwei Violinen, eine Viola und zwei Violoncelli. Das zusätzliche Cello erhält dabei eine melodische, tenorale Lage, die Schubert auch in seinen Vokalwerken besonders wichtig war. Der erste Satz verbindet geheimnisvoll sich entfaltende Pianissimo-Passagen mit heftigen Ausbrüchen von Leidenschaft und Pathos. Im Zentrum steht der zweite Satz: Auf ein lyrisches Adagio in E-Dur folgt ein wild-leidenschaftlicher Abschnitt in f-Moll. Auch das Scherzo zeigt zwei Seiten, zunächst energisch zugreifend, im Des-Dur-Trio dagegen gespenstisch und schattenhaft. Das Allegretto-Finale wirkt anfangs beschwingt und tänzerisch, lässt jedoch zunehmend etwas Unheimliches durchscheinen. Es endet taumelhaft und mit einem Aufschrei in den letzten Noten.