Themen: Kultur/Feuilleton, Kultur, Krieg&Frieden
Regionen: International, Westasien, Europa
Die 61. Kunstbiennale von Venedig steht unter dem Thema «In Minor Keys», das nach dem Tod der Kuratorin Koyo Kouoh auf leise, elliptische und unaufgelöste Geschichten setzt. Jüdische, israelische und palästinensische Positionen behandeln Erinnerung, Vertreibung, Heimatverlust und Zugehörigkeit: Eine israelische Installation lässt mit einem Ouija-Brett Stimmen in mehreren Sprachen hörbar werden, Mohammed Jabo macht Jaffa zum Erinnerungsort, und Belu-Simion Fainaru verweist mit schwarzem Wasser auf Paul Celans «Todesfuge». Anna Kamyshans schwebende Holzsynagoge erinnert an verlorene Schtetl-Synagogen und an ein nichtterritoriales Yiddishland. Der israelische Pavillon in den Giardini bleibt geschlossen; auch der russische Pavillon ist nicht regulär geöffnet. Im Mai trat die internationale Jury geschlossen zurück, nachdem sie keine Preise an Beiträge aus Ländern mit vom Internationalen Strafgerichtshof gesuchten Regierungschefs vergeben wollte; gemeint waren Russland und Israel. Weitere Pavillons setzen sich mit Rechtsextremismus, Wiedervereinigung, Nachhaltigkeit und Minderheiten auseinander.