Themen: Migration/Asyl, Krieg&Frieden, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Die Besatzung der Ocean Viking von SOS Méditerranée hat 14 Menschen aus einem manövrierunfähigen Gummiboot nahe der Grenze der tunesischen und libyschen Such- und Rettungszonen gerettet. Zehn Männer, drei Frauen und ein siebenjähriges Kind aus Eritrea, Süd- und Nordsudan sowie Somalia hatten bereits zwei Nächte auf dem Meer verbracht. Nach Angaben der Organisation war das Boot mit Wasser vollgelaufen und hätte wenige Stunden später sinken können. Die Geretteten wurden medizinisch versorgt; eine Frau war schwanger. Kommunikationsverantwortlicher Stefan Caprez schildert den Einsatz als ersten eigenen Aufenthalt auf einem Rettungsschiff. SOS Méditerranée finanziert die Seenotrettung vorwiegend über private Spenden und beziffert die Kosten auf 25'000 Euro pro Tag. Italien weise Rettungsschiffe zunehmend weit entfernte Häfen zu, was Einsätze verlängere und verteuere. Caprez betont, die Organisation kommuniziere nicht mit Schleppern und rette Menschen in Seenot unabhängig von den Umständen.