Themen: Krieg&Frieden, Geopolitik
Regionen: International, Europa
Ratko Mladić ist in Belgrad mit staatlichen und militärischen Ehren beigesetzt worden. Mehrere tausend Menschen nahmen an der Zeremonie auf dem Friedhof Topcider teil; eine militärische Ehrenformation begleitete den Sarg und Soldaten feuerten Salutschüsse ab. Der frühere Kommandant der bosnisch-serbischen Armee war am 27. August im Alter von 84 Jahren im internationalen Gefängnis in Den Haag gestorben. Er verbüsste dort eine lebenslange Haftstrafe wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Ein internationales Tribunal hatte ihm unter anderem die Planung des Massakers von Srebrenica im Juli 1995 mit mehr als 8000 Opfern zugeschrieben. Präsident Aleksandar Vučić blieb dem Trauerakt wegen eines Besuchs des usbekischen Präsidenten fern. Die EU kritisierte die Verherrlichung von Kriegsverbrechen, die Leugnung von Völkermord und Revisionismus. In Bosnien-Herzegowina löste das De-facto-Staatsbegräbnis Empörung aus; Aussenminister Elmedin Konaković kündigte den weitgehenden Abzug des Botschaftspersonals aus Belgrad an.