Themen: Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH
Silke Ambergs erster Krimi «Kopflos» stellt Carmen, eine junge lesbische Kriminalkommissarin aus Basel, ins Zentrum. Sie ermittelt zu Morden, die als Kunstwerke inszeniert werden, während sie zugleich unter Liebeskummer, Schuldgefühlen wegen ihrer verstorbenen Schwester und Selbstzweifeln leidet. Die Rezension erkennt gute Grundlagen, einen ungewöhnlichen Plot und eine hochwertige Buchgestaltung. Positiv bewertet sie auch die lokalen Bezüge: Die Ausflüge durch Basel wirkten nicht aufdringlich und liessen das Buch nicht zum blossen Lokalkrimi werden. Kritisiert werden hingegen die konsequente Nähe zu Carmens Gedankenwelt, lange Passagen über ihr Privatleben und zahlreiche unbeantwortete Selbstbefragungen. Einschübe aus Sicht der Täterschaft seien anfangs schwer einzuordnen und verwirrten den Erzählfluss. Dadurch verliere der Kriminalfall trotz seiner brutalen Prämisse an Spannung. Der kurze, gewöhnungsbedürftige Stil wird grundsätzlich nicht beanstandet; für einen weiteren Krimi sieht die Rezension Entwicklungspotenzial.