Themen: Geopolitik, Wirtschaft/Finanzen, Krieg&Frieden
Regionen: International, International Unbestimmt
Eine Bilanz historischer und aktueller Sanktionen bezweifelt deren politische Wirksamkeit. Als Beispiele dienen Kuba, die Sowjetunion, Russland, Irak, Myanmar, Nordkorea, Syrien, Venezuela, Belarus, Iran und Haiti. Sanktionen verursachten oft erhebliche wirtschaftliche Schäden, verschlechterten Versorgung und Lebensbedingungen der Bevölkerung, hätten aber Regimewechsel, Kriegsenden oder die Aufgabe von Atomprogrammen meist nicht bewirkt. Auch in Südafrika und Rhodesien seien die Folgen nach dem Ende der sanktionierten Herrschaft keineswegs eindeutig positiv gewesen. Sanktionen gegen Russland seien wirtschaftlich wirksam, die politischen Ziele aber bislang unerreicht. Der Beitrag verweist zudem auf Schlupflöcher und auf Staaten wie China, Indien, Brasilien oder Indonesien, die sich nicht beteiligten und Handelsmöglichkeiten nutzten. Kontrollen verursachten auch ausserhalb sanktionierter Länder hohe Kosten. Besonders Kuba und Venezuela würden nach dieser Argumentation zeigen, dass wirtschaftliche Not nicht zwangsläufig zum Sturz eines Regimes führt.