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Viele Wege führen ins Leben

Journal21
Viele Wege führen ins Leben

Themen: Bildung, Gesellschaft

Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt

Frühe Selektion nach der Primarschule ist nach dieser Argumentation nicht grundsätzlich ungerecht. Kinder unterschieden sich in Voraussetzungen, Interessen, Begabungen und Lerntempo; ein gerechtes Bildungssystem müsse deshalb gemeinsames Lernen mit individueller Differenzierung verbinden. Kritikerinnen und Kritiker der frühen Selektion, darunter Katharina Maag Merki und Thomas Minder, warnen davor, dass Kinder zu früh auf unterschiedliche Wege verteilt werden. Ihr Anliegen, soziale Herkunft oder Momentaufnahmen dürften Bildungschancen nicht beschneiden, sei ernst zu nehmen. Selektion müsse jedoch nicht als endgültige Auslese verstanden werden, sondern als vorläufige Zuordnung zu einem passenden Bildungsweg. Das Schweizer System biete mit Gymnasien, Berufsbildung, Berufsmaturität und Passerelle verschiedene Anschlüsse. Problematisch werde Selektion, wenn Herkunft stärker zähle als Fähigkeiten, Kriterien intransparent seien oder spätere Übergänge versperrt blieben. Gefordert werden daher sorgfältige, korrigierbare Entscheide und offene Bildungswege.

www.journal21.ch

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