Themen: Krieg&Frieden, Gesellschaft, Innen-Politik
Regionen: International, Westasien
Die libanesische Kriegsreporterin Amal Khalil wurde am 22. April in Al-Tayri im Südlibanon getötet, nachdem sie mit der Fotojournalistin Zainab Faraj vor Beschuss Zuflucht in einem Haus gesucht hatte. Ihr Bruder Ali Khalil wirft den israelischen Streitkräften vor, seine Schwester gezielt angegriffen und die Rettung während Stunden verhindert zu haben. Faraj überlebte schwer verletzt und wurde nach Angaben der Familie notoperiert. Das Committee to Protect Journalists erklärte, wiederholte Angriffe auf den Zufluchtsort sowie die Behinderung medizinischen Zugangs könnten einen schweren Verstoss gegen humanitäres Völkerrecht darstellen. Khalil hatte über Zerstörung und Vertreibung im Südlibanon berichtet und zuvor Drohungen erhalten. Laut Bericht bekannte sich ein israelischer Medienanalyst gegenüber einem Investigativjournalisten zu solchen Drohungen; eine strafrechtliche Untersuchung sei bislang nicht eingeleitet worden. Die Familie kritisiert zudem ein am 26. Juni unterzeichnetes Rahmenabkommen zwischen Libanon und Israel, das aus ihrer Sicht die Verfolgung von Kriegsverbrechen erschwert, und erwägt rechtliche Schritte in Europa.