Themen: Wirtschaft/Finanzen, KI/Digital
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Die Finma hat ein Enforcement-Verfahren gegen Zurich eingeleitet, weil Kunden Policen für Risiken in der beruflichen Vorsorge zu tieferen als den vereinbarten Prämien angeboten wurden. Konzernchef Mario Greco räumte ein, dass das interne Kontrollsystem versagt habe. Im Zusammenhang mit dem Verfahren wurden zwölf Mitarbeitende entlassen. Laut mehreren Quellen wurden bei einem Softwareupdate Branchencodes falsch übertragen. Dadurch seien Risiken offenbar falsch eingestuft und zu tiefe Prämien berechnet worden. Die Codes bestimmen mit, wie hoch die Kosten für die Absicherung von Invalidität und Tod ausfallen. Zurich deckt den Risikoteil für die teilautonomen Vita-Sammelstiftungen ab. Eine mit dem Fall vertraute Quelle hält eine Manipulation durch einzelne Mitarbeitende für ausgeschlossen und spricht von einem systemischen Problem. Nach Bekanntwerden der Fehler sollen zuständige Mitarbeitende nicht schnell genug auf Finma-Anfragen reagiert haben. Welche Führungsebene über die Probleme informiert war, bleibt offen. Zurich wollte sich nicht weiter äussern.