Themen: Kultur/Feuilleton, Kultur
Regionen: International, International Unbestimmt
Sol Gabetta erinnert gemeinsam mit der Cappella Gabetta an Lise Cristiani, die 1825 in Paris geboren wurde und 1853 in Russland starb. Cristiani spielte dort auch für Tolstoi und gilt als erste professionelle Cellovirtuosin der Welt. Die Hommage verweist auf die Bedeutung künstlerischer Erinnerung und auf die Tradition, auf der heutige Interpretinnen aufbauen. Die empfohlene Aufnahme erschien 2025 bei Sony Music Entertainment; Irina Zahharenkova spielt das Fortepiano. Das Programm umfasst Werke von François Servais, Gaetano Donizetti, Franz Schubert, Jacques Offenbach, Gioachino Rossini und Alexander Batta. Es verbindet aufmunternde, lyrisch elegante und kecke Passagen mit hoher Virtuosität. Daneben stehen herzzerbrechend sentimentale Momente und spanisch gefärbte Extravaganzen. Batta steuert ein Konzertstück über Wilhelm Tell bei, während Servais eine Fantasie über russische Arien beisteuert. Die Auswahl lädt stellenweise geradezu zum Mittanzen ein und zeichnet zugleich ein musikalisches Bild der Cellokunst des 19. Jahrhunderts.