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Speis & Kampf: Tröstliche Kokosmakronen

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Speis & Kampf: Tröstliche Kokosmakronen

Themen: Gesellschaft, Leben, Gleichstellung

Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt

Karin Hoffsten erinnert sich an eine Kindheit, in der Essen, Gewicht und Dünnsein früh zu dauernden Themen wurden. Nach einer Lungenentzündung wurde sie im Spital fürs viele Essen kritisiert; in einem Kinderheim an der Nordsee sollte sie als einziges Kind abnehmen, während andere zunehmen sollten. Heimlich ass sie Kokosmakronen in den Dünen, dennoch galt ihr Gewichtsverlust als Erfolg. Zu Hause verstärkten Fragen der Mutter und Spott der Brüder die Botschaft, dick bedeute hässlich. Unter Mitschülerinnen wurde Schlankheit über zusätzliche Löcher im Gürtel verglichen. Später testete Hoffsten zahlreiche in Frauenzeitschriften beworbene Diäten und versuchte sich auch an Bulimie. Selbstkontrolle, Essanfälle, Selbsthass und Jo-Jo-Effekte wurden zu langjährigen Begleitern. Die Frauenbewegung half ihr, den Schlankheitswahn als misogynen Zwang zu erkennen, löste aber ihre verinnerlichten Massstäbe nicht auf. Solange Körperkult hohe Gewinne bringe, erwartet sie wenig Veränderung.

www.woz.ch

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