Themen: Kultur/Feuilleton, Ungleichheit
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Das Zürcher Luxushotel Dolder zeigt beim Eingang eine Skulptur des US-Künstlers Duane Hanson, die wie ein kauernder obdachloser Mann wirkt. Hotelmanager Markus Granelli bezeichnet die Figur als Reisenden und verweist auf die danebenliegende Fischerrute. Das Hotel erklärt, Kunst dürfe Emotionen wecken, Diskussionen anregen und individuell interpretiert werden. Der Beitrag stellt die Figur und weitere Dekorationen mit Kartonschildern wie «Broke and hungry» als problematische Ästhetisierung von Armut dar. In einem Sommertalk von Tele Züri räumt Granelli ein, dies könne zynisch interpretiert werden. Ebenfalls thematisiert werden die Preise des Hauses: Ein Milchkaffee in der Canvas-Bar kostet zehn Franken. Das Dolder erklärt auf Anfrage, preislich im Rahmen vergleichbarer Häuser seiner Kategorie und Region zu liegen. Zum Vergleich werden Kaffee-Preise im Savoy und im Baur au Lac genannt.