Themen: Kultur, Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Benjamin Bernheim, der in Paris geboren wurde, in Genf aufwuchs und seit Jahren in Zürich lebt, erlebt mit der Titelrolle in Massenets «Werther» einen Höhepunkt seiner Saison. Bei einer konzertanten Aufführung an den Salzburger Festspielen erhielt er mit dem Orchestre symphonique de la Monnaie unter Alain Altinoglu langen Applaus; die Arie «Pourquoi me réveiller» wurde wiederholt. Bernheim versteht Werther als musikalisch und darstellerisch besonders fordernde Rolle: Sie verlange Zartheit, Kraft und Ausdauer, während die Figur Charlotte manipuliere und durch Suizid sterbe. Seine familiäre Verbindung zu Goethe führt er auf den Literaturhistoriker Fernand Baltensperger zurück, seinen Ururgrossvater aus dem Elsass. Zum Zürcher Opernstudio kam Bernheim über einen ersten Auftritt in St. Moritz. Nächste Rollen sind Don José in Monte Carlo und München sowie Cavaradossi in Berlin. Im November erscheint ein Pariser «Werther»-Mitschnitt; 2027 singt er die Partie an der Opéra Bastille.