Themen: Iran Krieg, Krieg&Frieden, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, Westasien
Felix Schneider hält die Parole «Tod dem Zionismus» für politisch unbrauchbar, weil sie offenlasse, ob damit Israel, zionistisch gesinnte Juden, Rassismus, Siedlergewalt oder die israelische Kriegsführung gemeint sei. Zionismus sei historisch keine einheitliche Ideologie gewesen, sondern eine vielfältige jüdische Befreiungsbewegung. Vor dem Zweiten Weltkrieg habe sie insbesondere verfolgten und verarmten jüdischen Menschen in Osteuropa Hoffnung und Perspektiven geboten. Die israelische Staatsgründung von 1948 bewertet Schneider zugleich im Zusammenhang mit der Vertreibung und Entrechtung von Palästinensern sowie dem Schutzbedürfnis jüdischer Überlebender nach der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik. Er kritisiert die Basler Demonstration vom 29. August unter dem Motto «Death to Zionism» wegen fehlender konkreter Forderungen. Angesichts breiter Kritik an Israels Handeln fordert er politische Schritte: Die Schweiz solle Palästina anerkennen, Beschlüsse des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Benjamin Netanjahu beachten, den Waffenhandel mit Israel aussetzen, Waren aus besetzten Gebieten beschränken und die israelische Opposition sowie Schutzinitiativen für Palästinenser unterstützen.