Themen: Klima&Energie, Technologie
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Winterthur betreibt seit Sommer 2025 beim Innovationslabor Grüze ein Solartrottoir. Sechs miteinander verbundene Photovoltaikmodule liegen auf dem bestehenden Belag, sind zusammen rund zehn Meter lang und nur fünf Millimeter dick. Sie sollen versiegelte Flächen doppelt nutzbar machen: als Verkehrsfläche und zur Stromproduktion. Die Anlage von Stadt und Equans ist für Geschwindigkeiten bis 30 Stundenkilometer sowie Achslasten bis 13 Tonnen ausgelegt; denkbar sind auch Radwege, Zufahrten und Parkplätze. Mit 1,42 Kilowatt-Peak Leistung und einer Batterie von mehr als fünf Kilowattstunden versorgt sie eine E-Bike-Ladestation. Überschüssiger Strom fliesst ins Netz. Laut Stadt läuft die Anlage zuverlässig, die Module seien griffig und wartungsarm. Belastbare Ertragszahlen liegen jedoch nicht vor, weil Equans auf eine Anfrage nicht reagierte. Während zwei bis drei Jahren will die Stadt saisonale Produktion, Verschmutzung, Verschleiss und Haltbarkeit untersuchen. Die Wirtschaftlichkeit bleibt offen, denn der Prototyp ist laut Stadt teurer als herkömmliche Dachanlagen. Ein niederländischer Solar-Radweg blieb deutlich unter den Erwartungen und wird nach technischen Problemen ersetzt.