Themen: Krieg&Frieden, Technologie, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Europa
Das Future Combat Air System FCAS, das Frankreich, Deutschland und Spanien seit 2017 entwickeln wollten, ist Anfang Juni beendet worden. Das auf rund 100 Milliarden Euro geschätzte Programm sollte einen Kampfjet der sechsten Generation mit digitaler Gefechtsvernetzung schaffen und Europas Abhängigkeit von der amerikanischen F-35 verringern. Ausschlaggebend war nicht ein technisches Problem, sondern der ungelöste Streit um industrielle Führung: Dassault beanspruchte die Rolle des federführenden Unternehmens, Airbus verlangte gemeinsame Leitung. Eine Vermittlung im Frühjahr 2026 kam zu spät. Das Scheitern verweist auf eine grundsätzliche Schwäche Europas, dessen Staaten Rüstung weiterhin getrennt beschaffen und nationale Konzerne schützen. Das britisch-italienisch-japanische GCAP gilt vorerst als Gegenmodell, weil die beteiligten Unternehmen in einem Gemeinschaftsunternehmen organisiert sind und eine Designautorität bestimmt wurde. Umstritten bleibt, ob Europa künftig zentrale Grossaufträge an einzelne Hauptauftragnehmer vergeben oder mehrere spezialisierte Flugzeugtypen entwickeln sollte.