Themen: Gesellschaft, Migration/Asyl, Partei-Politik
Regionen: International, Europa
Rechtsextreme Gruppen in Europa machen sinkende Geburtenraten zum Thema von Migration, Mutterschaft und weiblichen Körpern. Die Gruppe Lukreta verbindet in sozialen Netzwerken eine sanfte, auf Frauen und Natur ausgerichtete Ästhetik mit Forderungen nach «Remigration», Abschiebungen und abwertenden Aussagen über Migrantinnen und Migranten. In ihren Telegram-Kanälen erscheinen Abtreibung, Kinderlosigkeit und andere Lebensformen als Bedrohung, während Zuwanderung mit Verschwörungserzählungen verknüpft wird. Die EU-Fertilitätsrate sank 2024 laut Eurostat auf 1,34 Geburten pro Frau; die Bevölkerung wuchs dennoch wegen Migration. Rechte Akteure deuten dies als gezielte Verdrängung der angeblich einheimischen Bevölkerung und greifen damit die Theorie des «grossen Austauschs» auf. Parteien und Gruppierungen wie AfD, Vox, Fidesz, Chega oder Rassemblement National nutzen Demografie, Familie und nationale Identität für ihre Politik. Die Debatte verschiebt sich damit von Wohnkosten, Löhnen, Kinderbetreuung, Sorgearbeit und Arbeitsplatzsicherheit zu einer nationalen Kontrolle von Frauenkörpern.