Themen: Umwelt, Gesundheit, Klima&Energie
Regionen: International, Europa, Afrika
Saharastaub in Europas Luft hat laut einer Nature-Studie zwischen 2012 und 2021 je nach Region um 10 bis 25 Prozent zugenommen. Zwar treten nicht mehr Staubereignisse auf, doch sie werden intensiver. In Südeuropa liegen die durchschnittlichen Konzentrationen mit 5,3 Mikrogramm pro Kubikmeter mehr als doppelt so hoch wie in Mittel- und Nordeuropa. Eisarchive in den Alpen zeigen zudem, dass sich die Staubmenge in Europa in den vergangenen 250 Jahren mehr als verdoppelt hat. Als Ursachen gelten die Ausbreitung der Sahara durch Klimawandel, Abholzung und Überweidung sowie Wetterbedingungen mit stärkeren Winden. Kurzfristige Belastung wird mit höherer Sterblichkeit, besonders durch Herz-Kreislauf-Leiden, sowie Atemwegsproblemen und mehr Spitaleinweisungen verbunden. Staub kann unterwegs auch Pollen, Krankheitserreger und industrielle Schadstoffe aufnehmen. Seine Klimawirkung bleibt umstritten; zugleich liefert er Ökosystemen Nährstoffe.