Themen: Gesundheit, Klima&Energie, Umwelt
Regionen: International, Europa
Der Klimawandel verlängert in Europa die Aktivitätszeit von Zecken und ermöglicht ihnen neue Lebensräume. Mildere Winter, frühere Frühlinge und längere Herbstperioden begünstigen ihre Entwicklung. In Skandinavien und den Alpen tragen Rehe und andere Wirte Zecken weiter nach Norden und in höhere Lagen. Der Gemeine Holzbock wird inzwischen weit nördlich des Polarkreises und in höheren Alpentälern beobachtet; die Taigazecke ist an Schwedens Küste und auf Norrbotten-Inseln nachgewiesen. Im Mittelmeerraum können hitzeverträgliche Arten wie Hyalomma marginatum andere Arten teilweise ablösen. Diese Zecke gilt als wichtiger Überträger des Krim-Kongo-hämorrhagischen Fiebers, während Holzbock und Taigazecke Lyme-Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis übertragen können. Das Vorkommen von Zecken bedeutet jedoch nicht automatisch Infektionsgefahr: Auch Überwachung, Diagnostik und Verhalten beeinflussen Fallzahlen. Schutz bieten Repellents, lange Kleidung und Kontrollen nach Aufenthalten in Zeckenhabitaten; gegen FSME ist in betroffenen Gebieten eine Impfung wirksam.