Prometheus: Der unabhängige Medienspiegel der Schweiz

Seite wird geladen …

Zum Inhalt springen
Zurück zur Übersicht

Theater: Ist die Zukunft erst ruiniert

WOZ
Theater: Ist die Zukunft erst ruiniert

Themen: Kultur/Feuilleton, Klima&Energie

Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur

Sarah Calörtschers «Drill Baby Drill» am Theater Neumarkt Zürich entwirft eine vermeintlich postfossile Zukunft, in der aus einem alten Bohrloch ein rätselhaftes Gas aufsteigt. Der Konzern NCCO, eigentlich auf das Einfangen und Verpressen von CO₂ spezialisiert, schickt eine Geologin in den Schlund. Auf ihrem Weg stösst sie auf Überreste ausgerotteter Riesenalken, Plastik und Pneus; mit jeder Sedimentschicht verliert sie Orientierung und Zukunftsvorstellungen. Regisseurin Giulia Rumasuglia macht aus dem Text eine hybride Performance aus Drama, Musical und Variété. Nature Writing, Science-Fiction, Anthropozän-Debatten, technische Machbarkeitsfantasien und Anspielungen auf Filmklassiker verdichten sich zu einer fiebrigen Odyssee. Ein Aufnahmegerät wird zum Elvis imitierenden «Carbon Cowboy» und preist Geoengineering an. Statt Tragödie setzt die Aufführung auf Groteske, rasante Zukunftsvarianten und Klamauk. Am Ende verlassen die vier Spielenden als Riesenalken die Bühne, während der grüne Notausgang leuchtet.

www.woz.ch

Zum Originalartikel