Themen: Gesellschaft, Migration/Asyl, Kultur
Regionen: Schweiz, Ostschweiz
Hamza Sahbaz, seit fünfzehn Jahren Bestatter, verbindet den Tod mit seinem Glauben an Allah und ein Jenseits. Für die eigene Beisetzung wünscht er sich einen leidfreien Tod im Kreis naher Menschen und einen würdevollen Umgang mit dem Leichnam. Er will in der Schweiz begraben werden, wo seine Familie und besonders seine Kinder leben, nicht in seinem Geburtsort Istanbul. Entscheidend sei aus islamischer Sicht die Ausrichtung des Körpers nach Mekka; eine Beisetzung auf einem nichtmuslimischen Grabfeld sei möglich, wenn die rituellen Vorgaben eingehalten würden. Sahbaz beobachtet, dass immer mehr Muslim:innen in der Schweiz statt im Herkunftsland bestattet werden wollen. Der Anteil der Überführungen sei von früher rund neunzig auf geschätzt achtzig Prozent gesunken, auch weil Transporte etwa nach Afghanistan oder Syrien schwierig seien. Nach dem knappen Nein zu einem muslimischen Grabfeld in Weinfelden 2025 lehnten er und sein Bruder Medienanfragen ab. Inzwischen berücksichtigt dort ein offenes Grabfeld die rituelle Ausrichtung, bei allgemeiner Sargpflicht und zwanzigjähriger Grabesruhe.