Themen: Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Wallis/Graubünden
Thomas Hirschhorn präsentiert im Bündner Kunstmuseum Chur seine Ausstellung «MY ATLAS», die bis zum 6. Dezember 2026 läuft. Auf rund 50 schwarzen Tafeln kombiniert der 1957 in Bern geborene und seit 1983 in Paris lebende Künstler eigene und fremde Bilder zu einer persönlichen künstlerischen Autobiographie. Die Form nimmt Bezug auf Aby Warburgs unvollendeten «Mnemosyne-Atlas», der Bilder als Mittel des Denkens und als «Kunstgeschichte ohne Text» anordnete. Hirschhorns Tafeln verzichten ebenfalls auf Bildlegenden und verbindliche Erklärungen. Sie verbinden unter anderem Kunstzitate, Polizeifotos, Alltagsbilder, Schriftfragmente und Motive von Gewalt, Krieg und Bedrohung. Mehrdeutigkeit und die Freiheit eigener Interpretation sind dabei Teil des Konzepts. Anders als in früheren, oft raumgreifenden und provokativen Installationen konzentriert sich Hirschhorn in Chur fast ganz auf zweidimensionale Bildflächen. Die Ausstellung versteht sich als Rückblick auf sein Werk und seine Bildwelt. Sie knüpft zugleich an seine Haltung an, Kunst mit einfachen Materialien zugänglich zu machen und sich gegen elitäre Abschottung zu richten.