Themen: Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Tommaso Buscetta, 1928 in Palermo geboren, trat 1948 der Mafiafamilie Porta Nuova bei und wurde nach dem Initiationsritual zum «Mann der Ehre» der Cosa Nostra. Der Bericht schildert seine Stellung im Gefängnis Ucciardone, wo er 1972 eine mehr als zehnjährige Haftstrafe verbüsste und trotz eigener Unschuldsbeteuerungen als mächtiger Mafia-Boss galt. Dargestellt werden die territorialen Familien, ihre Hierarchie mit Familienchef, Stellvertreter, Beratern und Capidecina sowie die Kommission oder Kuppel als Koordinationsorgan. Buscetta stieg vom Soldaten zum Capodecina auf, pflegte Kontakte zu führenden Mafiosi und traf auch Lucky Luciano. Seine Erinnerungen führen in den ersten internen Mafia-Konflikt der frühen 1960er-Jahre. Im Zentrum steht der Mord an Calcedonio Di Pisa Ende 1962, nach dem sich Anschuldigungen innerhalb der Kuppel zuspitzten und Buscettas Familie Porta Nuova unter Druck geriet.