Themen: Kultur
Regionen: Schweiz, Zentralschweiz
Der Bundesbrief von 1291 gilt heute offiziell als ältestes Verfassungsdokument der Schweiz, seine historische Bedeutung wird jedoch zurückhaltender beurteilt als früher. Historisch handelt es sich um ein Landfriedensbündnis der Innerschweizer Talschaften Uri, Schwyz und Nidwalden. Es garantierte Rechtssicherheit und eigene Richter, bestätigte aber zugleich die bestehenden Herrschaftsverhältnisse und war weder ein revolutionärer Akt bäuerlicher Selbstbestimmung noch eine Auflehnung gegen die Habsburger. Der Text erläutert den politischen Hintergrund nach dem Tod Rudolfs von Habsburg am 15. Juli 1291 und dem habsburgischen Erwerb Luzerns im April desselben Jahres. Das Dokument wurde erst 1758 im Schwyzer Archiv wiederentdeckt und spielte in der alten Eidgenossenschaft lange kaum eine Rolle. Als nationaler Referenztag setzte sich der 1. August erst 1891 durch, auch im Zusammenhang mit dem Berner Stadtjubiläum. Seit einer 1993 mit 83,8 Prozent angenommenen Volksinitiative ist er schweizweit arbeitsfrei.