Themen: Gesundheit, Umwelt
Regionen: International, Europa
Der Risikoprüfungsausschuss der europäischen Chemikalienagentur Echa hat Trifluoracetat (TFA) Anfang Juni als reproduktionstoxisch der Kategorie 1B eingestuft. Der Gefahrenhinweis H360Df besagt, dass der Stoff das Kind im Mutterleib schädigen und vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. TFA gehört zu den langlebigen PFAS-Chemikalien, ist stark wasserlöslich und findet sich bereits breit in Grund- und Oberflächenwasser, bislang meist in kleinen Konzentrationen. Es entsteht unter anderem bei Industrieprozessen, aus Kältegasen sowie besonders aus Pestiziden; auch die Pharmaindustrie verwendet den Stoff. Eine Entfernung aus Trinkwasser ist möglich, aber aufwendig. Dänemark hat mehrere TFA-abspaltende Pestizide vorsorglich verboten. Die Einstufung ist zunächst eine Gefahrenbewertung und hat keine direkten praktischen Folgen. Nach heutigem Wissen gelten die üblichen Konzentrationen für Konsumentinnen und Konsumenten nicht als schädlich. EU-weite Grenzwerte für Trink-, Grund- und Oberflächenwasser könnten in etwa zwei Jahren folgen.